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Donnerstag, 2. Januar 2014

Das Märchen von der träumenden Wirtin

In einem kleinen Dorf im wunderschönen schwarzen Wald anno 2013/14. Jede/r kannte Jede/n und wenn es zu langweilig wurde im Dorfleben, begannen allerhand Geschichtenerzähler ihre Märchen zu erzählen.
Ein großer Herbergsvater und Gönner des Ortes wollte zu der Zeit seine Herbergen und Wirtshäuser verkaufen um in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Einige seiner Häuser prägten seit ewigen Zeiten die Ortsmitte.
Die Wirtin eines kleinen gut gehenden Gasthauses am Waldesrand des Dorfes machte sich deshalb seit geraumer Zeit große Sorgen und eines Nachts erwachte sie Schweißgebadet aus einem Traum: Alle schönen Häuser des Großgastronomen standen dunkel, abgeschlossen, leer und verbarrikadiert mitten im schönen Dörflein und waren dem Verfall preis gegeben. Keine flanierenden Kurgäste mehr, keine kleinen Geschäfte mehr, keine urigen Wirtschaften mehr, das Dorf wirkte meist verlassen.
Eine Katastrophe für einen Ort im schönen schwarzen Wald, dessen Bürger seit vielen Jahrzehnten von den Reisenden lebten.
Nach diesem Alptraum wurden der Wirtin ihre Sorgen noch größer und in der nächsten Nacht hatte sie wieder einen Traum:
Sie verkaufte ihr schönes Gasthaus für viele Taler an einen Edelmann, nahm die guten Taler und suchte Ihresgleichen um das Dorf zu retten.
Als sie, Dank namhafter Gönner, genug Goldmünzen zusammen hatte, kaufte sie dem alten
Hotelbesitzer, der in einem seiner vielen Häuser ob seines Unglückes darbte, die schönste und traditionellste Herberge in der Dorfmitte ab. Das Glück der Wirtin wollte es, dass sie sogar das angrenzende Land dazu kaufen konnte und sie tat sich mit dem angesehensten Zimmermann des Ortes zusammen um aus vielen großen Schwarzwaldtannen auf diesem Land eine neue schöne große Herberge zu errichten.
Diese wurde Dank vieler Badetempel, Dampfgrotten und Saunalandschaften ein Besuchermagnet und belebte den Ort wieder mit vielen flanierenden Kurgästen.
Schließlich kaufte die neue Herbergsgemeinschaft um die Wirtin noch das alte Stammhaus des greisen ehemaligen Wirtes, rissen es ab und schafften Platz für die vielen mobilen Gefährte der Reisenden, die von nun an zahlreich in das Dörfchen einfuhren. Hinter diesem großen Platz entstand ein romantischer Kurgarten mit Springbrunnen, Teichen und Tieren, der bis zum angrenzenden Wald reichte. In vielen verlassenen Geschäften und Wirtshäuser erwachte wieder Leben und alle Bürger, Handwerker, Kaufmänner, Wirte und Wirtinnen, Kurgäste und sogar der Bürgermeister lebten glücklich bis an ihr Lebensende.

Als die Wirtin von diesem Traum erwachte, war sie ganz verzaubert! Sie erzählte ihren Traum den Männern, die am nächsten Morgen nach der Kirche zum Frühschoppen an den Stammtisch des Gasthauses am Waldesrand kamen, mit leuchtenden Augen.

Alles nur ein Traum?

Seit dieser Zeit gingen in diesem besagten Ort Gerüchte umher, dass die Wirtsleut ihr kleines Gasthaus verkaufen wollen! Die Gerüchte nahmen zeitweise seltsame Verformungen an. Es gab sogar schon Anrufe durch den Sprechapparat: "Du arme Frau! Im Dorf wird erzählt, dass dein Mann durchgebrannt ist und jetzt musst du dein Gasthaus schließen, weil du alleine bist!"
Viele Gäste strömten in das urige Gasthaus um die Wirtin zu fragen, ob das alles wahr sei, und wenn sich die Gäste schließlich satt auf ihren Heimweg machten, waren sie glücklich darüber, dass alles nur ein Traum war und die Wirtsleut des kleinen Gasthauses ihnen erhalten bleiben würden.

Noch heute leben diese im schönen Tal der Liebe, versorgen die Wandersleut mit Speiß und Trank und wenn sie nicht gestorben sind (oder kein Edelmann mit vielen guten Talern vorbei geritten kommt!) werden sie auch Morgen guten Gerstensaft, guten Wein und köstliches aus Keller und Küche darreichen.



Alle in dem Märchen erwähnten Personen, Orte und Firmen sind frei erfunden.
Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind beabsichtigt.